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Punzen und Stempel: So liest man sie

Die winzigen Zeichen im Ring

Punzen und Stempel: So liest man sie

27. August 2026 · 6 Min. Lesezeit · Gold und Metalle

In fast jedem Ring steht eine Reihe winziger Zeichen, die sagen, woraus er ist, wer ihn gemacht hat und manchmal genau wann. Sie zu lesen braucht eine Lupe und fünf Minuten Vokabular.

Feingehaltsstempel

Die Zahl: 750, 585, 375 für Gold; 925 oder 800 für Silber; 950 oder 900 für Platin; PD950 für Palladium. In Nordamerika werden stattdessen Karatstempel wie 14K oder 18K verwendet. Ein Feingehaltsstempel allein ist eine Behauptung des Herstellers; in manchen Ländern wird sie unabhängig geprüft, in anderen nicht.

Punzen: die garantierte Art

Eine echte Punze wird von einem unabhängigen Prüfamt nach Prüfung des Metalls angebracht. Großbritannien hat das strengste System: ein Sponsorzeichen (der Hersteller), ein Feingehaltszeichen in einem geformten Schild, ein Prüfamtszeichen (ein Leopardenkopf für London, ein Anker für Birmingham, eine Rose für Sheffield, eine Burg für Edinburgh) und oft ein Jahresbuchstabe. Die Schweiz, Frankreich, die Niederlande, Portugal, Irland und einige andere Länder punzieren ebenfalls gesetzlich. Deutschland, Italien und die USA verlassen sich auf den Herstellerstempel, abgesichert durch Betrugsrecht statt Prüfung.

Meisterzeichen und Signaturen

Feine Häuser stempeln ihren Namen oder ein eingetragenes Symbol, eine Seriennummer und oft den Feingehalt in eigenem Format. Ein signiertes Stück von Cartier, Van Cleef & Arpels, Bulgari, Tiffany oder Boucheron ist weit mehr wert als sein Metall, und gefälschte Signaturen existieren. Echte Zeichen sind scharf, korrekt platziert und stimmen mit dem bekannten Stil des Hauses für die Zeit überein; Auktionsspezialisten prüfen sie gegen Archive.

Jahresbuchstaben und Konventionszeichen

Britische Punzen enthalten einen Buchstaben, der jedes Jahr wechselt, sodass sich ein Stück auf das Jahr datieren lässt. Das gemeinsame Kontrollzeichen, eine Waage in einem geformten Umriss, wird in den Ländern anerkannt, die die Wiener Konvention unterzeichnet haben, und garantiert den Feingehalt international.

Stempel, die „kein massives Gold" bedeuten

GP (gold plated), GF (gold filled), RGP (rolled gold plate), HGE (heavy gold electroplate), 1/10 oder 1/20 gefolgt von einem Karatstempel, und Vermeil. Silber mit der Bezeichnung „German silver" oder „Neusilber" enthält gar kein Silber. Edelstahl und Titan sind oft als solche gekennzeichnet.

Wenn Zeichen fehlen oder abgenutzt sind

Alte Stücke, reparierte Stücke und Stücke aus Ländern ohne Stempeltradition haben vielleicht keinen Stempel. Ankäufer prüfen mit Säure, elektronischen Testern oder Röntgenfluoreszenz, die die Legierung in Sekunden ohne Schaden ausliest. Ein ungestempeltes Stück kann trotzdem 18K sein; es muss es nur beweisen.

Häufige Fragen

Ist ein eingestempeltes 750 der Beweis für 18K?

In Ländern mit Punzierungspflicht ja, weil das Prüfamt es getestet hat. Anderswo ist es eine Behauptung, die meist stimmt und von einem Ankäufer immer geprüft wird.

Was bedeutet eine Zahl wie 1837 auf einem Tiffany-Stück?

Es ist das Gründungsjahr, als Designsignatur genutzt, keine Feingehalts- oder Seriennummer. Der Feingehalt ist separat gestempelt.

Kann eine Punze gefälscht werden?

Es kommt vor, vor allem bei signierten Stücken. Prüfämter und Auktionshäuser erkennen es an Stil, Platzierung und Archivvergleich.

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