
Lüster vor Größe
Perlen: Akoya, Südsee, Tahiti, Süßwasser
Perlen sind der einzige Edelstein, den ein Tier macht, und der einzige, der an Vernachlässigung stirbt. Sie zu wählen ist eine Frage des Lüsters, nicht der Größe, und sie zu pflegen eine Gewohnheit statt einer Pflicht.
Was bei einer Perle zählt
Lüster zuerst: die Schärfe der Reflexionen auf der Oberfläche, von weichem Schimmer bis Spiegel. Dann die Oberfläche, das Fehlen von Flecken und Poren. Dann die Form: Rund ist am seltensten; fast rund, Tropfen, Barock und geringelt sind günstiger und oft interessanter. Dann Farbe und Overtone, der Farbton, der über der Grundfarbe schwebt. Dann Größe. Dann bei Ketten die Zusammenstellung. Die Perlmuttdicke, die Tiefe der Perlschicht über dem Kern, entscheidet, wie lange der Lüster hält.
Akoya
Salzwasserperlen aus Japan und China, 6 bis 9 Millimeter, klassisch weiß oder creme mit Rosé- oder Silber-Overtones, der schärfste Lüster aller Perlen. Die Kette, die Ihre Großmutter trug. Eine gute 7-Millimeter-Kette kostet ab hohen Hunderten; Spitzenqualität (Hanadama) geht in die Tausende.
Südsee
Aus Australien, Indonesien und den Philippinen, 9 bis 16 Millimeter, weiß, silber oder gold, mit weichem, satinartigem Lüster und dickem Perlmutt. Die größten und teuersten Zuchtperlen: Feine Ketten beginnen bei niedrigen Tausendern und steigen steil mit Größe und Goldton.
Tahiti
Aus Französisch-Polynesien, 8 bis 14 Millimeter, natürlich dunkel: grau, grün, aubergine, pfauenfarben. Dramatisch als Kette, elegant als einzelner Anhänger. Preise zwischen Akoya und Südsee.
Süßwasser
Aus chinesischen Seen, 5 bis 13 Millimeter, meist durch und durch Perlmutt, in Weiß, Rosa und Lavendel. Einst billig und unregelmäßig; die besten modernen Süßwasserperlen (Edison, metallisch) halten mit Akoya zu niedrigeren Preisen mit. Der beste Wert bei Perlen.
Natur, Zucht, Imitation
Fast alle heute verkauften Perlen sind gezüchtet: Ein Kern oder Gewebe wird in die Muschel eingesetzt und die Perle wächst darum. Naturperlen, ohne Hilfe entstanden, sind selten, werden zum Nachweis geröntgt und wie feine Edelsteine bewertet. Imitationen sind Glas oder Kunststoff mit Perlessenz beschichtet; reibt man zwei aneinander, gleiten sie, während echte Perlen sich leicht körnig anfühlen, und am Bohrloch zeigt sich eine beschichtete Kante.
Pflege
Zuletzt an, zuerst ab: Perlen nach Parfum, Haarspray und Make-up anlegen und vor dem Waschen ablegen. Nach dem Tragen mit weichem, feuchtem Tuch abwischen. Flach in einem Stoffbeutel aufbewahren, nie in einer verschlossenen Plastiktüte, denn Perlen brauchen Feuchtigkeit. Ketten alle paar Jahre neu aufziehen lassen, mit Knoten zwischen jeder Perle, auf Seide.
Häufige Fragen
Was sollte eine gute Perlenkette kosten?
Eine feine Akoya- oder Süßwasserkette einige Hundert bis zweitausend; Südsee- und Tahitiketten ab zweitausend aufwärts. Darüber zahlen Sie für Größe und Perfektion.
Halten Perlen ihren Wert?
Feine Naturperlen und Spitzen-Südseeketten ja; gewöhnliche Zuchtperlen nicht, weil das Angebot stetig ist. Kaufen Sie sie, um sie zu tragen.
Kann man Perlen jeden Tag tragen?
Ohrringe und Anhänger ja. Ketten und Armbänder mit Vorsicht: Sie sind weich, werden von Säuren aufgelöst und von allem zerkratzt.


